Interfacedesign – Reduktion auf das Wesentliche

Warum sind die Starterbatterie-Ladegeräte von Bosch C3 und C7 so besonders?

Die meis­ten Auto­fah­rer haben bereits Erfah­run­gen mit lee­ren Star­ter­bat­te­ri­en gemacht. Die­ser ner­vi­ge Ärger tritt häu­fig nach län­ge­ren Stand­zei­ten auf und kann mit einem pas­sen­den Lade­ge­rät meist ver­mie­den wer­den. Doch wie muss ein Inter­face für ein Lade­ge­rät aus­se­hen, damit es auch für den tech­ni­schen Lai­en zu bedie­nen ist? Wel­che Funk­tio­nen sind wirk­lich rele­vant, um dem Bedie­ner einen Mehr­wert zu bie­ten?
Die Robert Bosch GmbH hat Pro­jekter Indus­tri­al Design mit der Design­ent­wick­lung für zwei Lade­ge­rä­te unter­schied­li­cher Leis­tungs­klas­sen im Consumer-Bereich beauf­tragt.

Zu Beginn stand die detaillierte Analyse der für den Nutzer wirklich wichtigen Eigenschaften.

INFORMATION

  • Momen­ta­ner Akti­vie­rungs­zu­stand
  • Aus­ge­wähl­ter Lade­mo­dus
  • Lade­zu­stand der Bat­te­rie

FUNKTION

  • Benö­tig­te Lade­funk­ti­on
  • Medi­um für Infor­ma­ti­ons­aus­ga­be
  • Zube­hör

HANDHABUNG

  • Bedien­ele­men­te / Knöp­fe
  • Aus­rich­tung des Gerä­tes
  • Aus­rich­tung der Kabel­aus­läs­se
Bosch Batterie Ladegerät

ANALYSE VON FUNKTION UND HANDHABUNG

In Benut­zer­tests stell­te sich sowohl beim Hal­ten in der Hand, wie auch im sta­tio­nä­ren oder teil­sta­tio­nä­ren Betrieb, eine ver­ti­ka­le Aus­rich­tung des Lade­ge­rä­tes als beson­ders vor­teil­haft her­aus. Die her­kömm­li­che Ver­tei­lung der Kabel­aus­läs­se auf die bei­de kur­zen Gehäu­se­sei­ten ist eher hin­der­lich. Die Kabel sind häu­fig im Weg.
Aus der dar­aus abge­lei­te­ten Posi­tio­nie­rung aller Kabel auf einer gemein­sa­men Sei­te ergab sich auch für das Inter­fa­ce­de­sign eine posi­ti­ve Kon­se­quenz. Sowohl beim Auf­hän­gen als auch beim Hal­ten des Gerä­tes in einer Hand sind das Able­sen der Sta­tus­in­for­ma­tio­nen und eben­so die ein­hän­di­ge Bedie­nung sehr bequem mög­lich. Die Kabel hän­gen stets gebün­delt her­un­ter und stö­ren so wenig wie mög­lich.

Bosch Batterieladegerät C7

USER INTERFACE

Ziel war von Anfang an die Ent­wick­lung eines Inter­faces, das dem Benut­zer nur die Infor­ma­tio­nen lie­fert, die er auch wirk­lich benö­tigt. So ist z.B. die genaue Anga­be der Bat­te­rie­span­nung über ein Dis­play für den Otto-Normal-Verbraucher in der Regel gar nicht ver­ständ­lich. Nur weni­ge wis­sen, dass eine nor­ma­le 12V Star­ter­bat­te­rie bei einer Span­nung von 12,0V nahe­zu leer ist und erst ab 12,8V als voll­ge­la­den gilt. Nach dem Mot­to „Design für Alle“ (DfA) ist es viel sinn­vol­ler, die­se Infor­ma­ti­on in eine für jeden ver­ständ­li­che Form zu brin­gen.

Dazu gehör­te vor allem eine wei­test­ge­hend sprach­neu­tra­le Gestal­tung der Benut­zer­ober­flä­che. Alle Infor­ma­tio­nen über die Gerä­te­funk­tio­nen und den Lade­zu­stand haben wir in all­ge­mein ver­ständ­li­che Sym­bo­le und ver­schie­den­far­bi­ge LEDs über­setzt. Dies ermög­licht den welt­wei­ten Ver­kauf der Gerä­te ohne Ände­run­gen am Inter­face.

Bei­de Char­ger kön­nen jeweils bequem in einer Hand gehal­ten, bedient und abge­le­sen wer­den.
Vie­le Ein­stel­lun­gen, wie z.B. die Lade­span­nung oder die Steue­rung der Lade­kenn­li­nie, wer­den je nach ange­schlos­se­ner Bat­te­rie auto­ma­tisch von der Mikrocomputer-Steuerung vor­ge­nom­men. Dadurch konn­ten wir ein Inter­fa­ce­de­sign mit nur einem ein­zi­gen Knopf rea­li­sie­ren. Die Bedie­nung wur­de somit über­aus ver­ständ­lich und über­sicht­lich.

reddot design award

FAZIT

Es geht nicht immer nur um schnel­ler, wei­ter, höher, mehr Funk­tio­nen und Fea­tures, son­dern dar­um, wel­che Eigen­schaf­ten dem Nut­zer wirk­lich einen Vor­teil bie­ten. Hier stand das Inter­fa­ce­de­sign klar im Mit­tel­punkt. Die Benut­zer­schnitt­stel­len der Lader ver­zich­ten hier­bei bewusst auf jeg­li­chen Schnick­schnack wie digi­ta­le Anzei­gen.

Die bei­den Lade­ge­rä­te Bosch C3 und C7 wur­den beim Red Dot Design Award 2011 aus­ge­zeich­net.

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