SEEQ - Design für extreme Bedingungen
Wie ein digitales High-End-Fernglas gleichzeitig robust, intuitiv und ästhetisch wird

SEEQ: Digitales Tagsicht/IR-Fernglas im Profi-Einsatz

Projektdaten & Vorgaben

SEEQ

B1 Engineering Solutions

Produkt: SEEQ – Digitales Weißlicht/IR-Fernglas

Auftraggeber: b1 Engineering Solutions GmbH & Co. KG (im Auftrag eines großen deutschen High-Tech-Herstellers)

Branche: Optik / Sicherheits- & Outdoortechnik

Leistungen: Produktdesign, Konzeption, technische Strukturkonzepte

Herausforderung: Intuitive Bedienung unter widrigsten Bedingungen - kombiniert mit einer IP/IK-gerechten, modularen Gehäusestruktur

Wenn Dunkelheit, Handschuhe und Nässe zur Designanforderung werden

Ein digitales Fernglas, das Tagsicht und Infrarot kombiniert, einen Laserentfernungsmesser integriert und dabei IP67-zertifiziert ist - das ist technisch bereits eine anspruchsvolle Aufgabe. SEEQ sollte darüber hinaus auch noch blind bedienbar sein: mit Handschuhen, im Dunkeln, unter Stress, ohne Einweisung.

Was sich zuerst nach einem Defense-Produkt anhört, war in Wirklichkeit für eine breite zivile Zielgruppe gedacht. Projekter Industrial Design entwickelte SEEQ gemeinsam mit unserem langjährigen Elektronikpartner b1 Engineering Solutions im Auftrag eines großen deutschen High-Tech-Herstellers - für Bergrettung, Feuerwehr und Zoll, ebenso wie für Förster, Seeleute und passionierte Privatanwender in Jagd, Nautik und Naturschutz. Was all diese Nutzer verbindet, ist nicht die Situation, sondern die Erwartung - ein Gerät, das verlässlich ist, präzise wirkt und diesen Anspruch auch ausstrahlt.

Das stellte das Design vor eine Aufgabe, die weit über Formgebung hinausgeht: eine Bedienung entwickeln, die blind funktioniert - ohne das Gehäuse mit Bedienelementen zu überladen. Und gleichzeitig eine Gehäusestruktur konzipieren, die IP 65, IP 67 und IK 06 erfüllt, ohne in der Fertigung unverhältnismäßig aufwändig zu werden.

Drei Richtungen, viele Modelle, eine Designsprache

Projekter entwickelte in Phase 1 drei vollständig ausgearbeitete Designrichtungen - keine Variantenskizzen, sondern kohärente Designhaltungen mit je eigener Formensprache, eigenem Charakter und eigener Kommunikation gegenüber dem Nutzer.

DESIGN 1 – extrudeDer Grundkörper ist ein gradlinig extrudierter Zylinder mit Langlochabschnitt. Große Radien wirken als Gestaltungsmittel und geben dem Gerät eine ruhige, klare Silhouette. Der Griffbereich setzt sich durch großzügige Sicken und eine strukturierte Gummierung vom Funktionsbereich ab – optisch wie haptisch. Das Gerät kommuniziert: präzise, technisch, verlässlich. Kein Aufwand, keine Ablenkung.

DESIGN 2 – tenseGespannte Flächen im Wechselspiel von Konkav und Konvex erzeugen eine ruhige, geordnete Form mit latenter Energie. Fasen brechen die Flächen und definieren klare Regionen: Die Front bleibt kantig – sie signalisiert Funktion, Technik, Leistung. Das Heck wird weich – es signalisiert: hier darfst Du zugreifen. Das U-Shape-Element zieht sich als richtungsweisendes Gestaltungsmittel durch die gesamte Form und gibt dem Produkt eine visuelle Logik, die sich dem Nutzer erschließt, ohne erklärt werden zu müssen.

DESIGN 3 – toughKomplexe Formübergänge, viele Details, ein werkzeugartiger Charakter. Formvorsprünge bieten dem Nutzer natürlichen Grip ohne aufgeklebte Gummipads. Sichtbare Schraubenverbindungen sind kein konstruktiver Kompromiss, sondern bewusstes Gestaltungselement: Sie sagen dem Nutzer „Ich bin stabil. Ich bin dicht. Ich bin servicierbar." Hervorstehende Gummibumper schützen das Gehäuse und das, was das Gerät beim Fallen trifft. Die Designsprache erinnert an Hochleistungswerkzeuge - Kompetenz, die man sieht, bevor man das Gerät in die Hand nimmt.

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Alle drei Richtungen wurden nicht nur als CAD-Daten und Renderings entwickelt. Projekter Industrial Design fertigte zahlreiche physische Vormodelle und dedizierte Ergonomiemodelle - greifbare Objekte zum Anfassen, Halten, Testen. Die Größe stimmt, das Gewicht ist simuliert, die Schalterposition ist real. Denn ein Gerät, das mit Handschuhen bedient werden muss, funktioniert nicht nach Annahmen. Es muss sich beweisen - in der Hand, nicht am Bildschirm.

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Die Frage, wie sich der Daumen beim Tragen natürlich ablegt, wie weit die Finger den LRF-Knopf im Dunkeln sicher finden, ob die Okulare beim Aufsetzen instinktiv passen - das sind keine Detailfragen. Das sind Kernfragen. Und sie lassen sich nur mit Modellen beantworten.

Bedienung als eigenständige Designdisziplin

Parallel zur Formgebung entwickelte Projekter drei vollständig ausgearbeitete Bedienkonzepte. Das mag nach Detailarbeit klingen - ist aber strategisch. Denn ein Produkt mit dieser Komplexität kann auf fundamental unterschiedliche Weisen funktionieren. Welches Konzept gewählt wird, bestimmt nicht nur die Nutzererfahrung, sondern auch Bauteilanzahl, Montageaufwand und Serviceaufwand über den gesamten Produktlebenszyklus.

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Bedienkonzept 1 – Schalter-orientiert: Jede Funktion hat einen dedizierten Schalter. Power per Schiebeschalter, LRF per Daumentaste rechts, IR/VIS-Umschaltung per Kippschalter, Zoom, Menü, Snapshot - jede Taste hat genau eine Aufgabe. Die Logik ist eindeutig: maximale Intuitivität, auch ohne Einweisung, auch im Dunkeln, auch mit Handschuhen. Der Preis: mehr Bauteile, mehr Gehäusedurchbrüche, mehr Dichtstellen.

Bedienkonzept 2 – Umschaltung: Weniger Schalter, dafür kontextabhängige Belegung. Ein Umschalter an der linken Hand trennt zwischen optischen Funktionen und Software-Funktionen. Dadurch reduziert sich die Anzahl der Bedienelemente deutlich - das Gehäuse bleibt cleaner, die Dichtungsebene wird einfacher. Der Nutzer braucht etwas mehr mentales Modell, gewinnt aber ein kompakteres, aufgeräumteres Gerät.

Bedienkonzept 3 – App-Integration: Konfigurationsfunktionen wandern auf ein Smartphone. Die Verbindung läuft per WiFi, das Gerät selbst bleibt auf das operative Minimum reduziert: Power, LRF, Umschalter, Fokusrad. Was im Feld nicht gebraucht wird, ist nicht am Gerät. Das reduziert Komplexität radikal - und verlagert sie in eine App-Oberfläche, die sich leichter aktualisieren und lokalisieren lässt. Für professionelle Nutzer mit festem Workflow attraktiv; für spontane Einsatzsituationen eine Frage der Akzeptanz.

Alle drei Konzepte wurden durchgängig auf Basis derselben Gehäusegeometrie entwickelt. Das war kein Zufall, sondern Methode: Nur so lässt sich die Entscheidung zwischen den Konzepten auf die eigentliche Frage reduzieren - welche Bedienphilosophie passt zum Nutzer und zum Einsatzkontext? - ohne dass Formunterschiede das Urteil verzerren.

Eine Studie, die zeigt, was integriertes Produktdenken bedeutet

SEEQ wurde nicht in Serie produziert. Die Studie blieb Studie. Und dennoch - oder gerade deshalb - ist sie ein klares Beispiel dafür, was Projekter Industrial Design unter Industriedesign versteht: nicht Formgebung im Anschluss an die Konstruktion, sondern das gleichzeitige Denken in allen relevanten Dimensionen vom ersten Strich an.

Die Gehäusestruktur wurde nicht nachträglich dicht gemacht. Sie wurde von Beginn an als IP-gerechtes System konzipiert: ein gedeckelter Topfentformer als Hauptkörper, eine Frontblende als Montageplatte, plane Formtrennung mit Dichtungselementen, ein strategisch durchdachter Innenaufbau. Jede dieser Entscheidungen hat Konsequenzen für Montagezeit, Fehlerquote und Servicefreundlichkeit - und wurde bereits in Phase 1 mitgedacht, nicht in Phase 3 korrigiert.

Die drei Designrichtungen geben dem Auftraggeber nicht nur ästhetische Optionen - sie machen unterschiedliche Positionierungsstrategien greifbar. 

Extrude setzt auf klare, ruhige Form: maximal universell, ohne zu polarisieren. 

Tense verbindet technische Präzision mit zurückgenommener Eleganz: das Gerät für den anspruchsvollen Anwender, der Qualität sehen will, ohne Lärm. 

Tough kommuniziert Werkzeugcharakter und Robustheit: das Gerät für den, der es täglich im Einsatz braucht.

Welche Richtung am Ende weiterverfolgt wird, ist keine rein gestalterische Entscheidung - sie ist eine Antwort auf die Frage, wen man im Regal ansprechen will und was das Produkt über seine Marke erzählen soll.

Was bleibt: der Beweis, dass gutes Industriedesign weit mehr ist als ein schönes Rendering. Es ist das strukturierte Durchdenken eines Produkts - vom Nutzer, der nachts mit Handschuhen einen Schalter sucht, bis zur Dichtungsebene, die über Zuverlässigkeit bei Wind und Wetter entscheidet und dabei zugleich die Fertigungskosten im Blick behält.

Genau das ist es, was uns an Projekten wie SEEQ antreibt. Die Komplexität ist keine Last - sie ist der eigentliche Reiz.

Das zentrale Learning: Bedienung ist kein nachgelagertes UX-Thema, sondern eine Designentscheidung mit handfesten Konsequenzen für Konstruktion, Fertigung und Kosten. Wer drei Bedienkonzepte parallel entwickelt und physisch testet, trifft am Ende eine fundierte Entscheidung - keine Bauchentscheidung. Und wer die Gehäusestruktur bereits in Phase 1 IP-gerecht denkt, spart sich teure Korrekturen in Phase 3.

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