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Was ist nötig für eine nachhaltige Produktentwicklung?

Nach­hal­tig­keit ist die Her­aus­for­de­rung unse­rer Zeit. Wir kön­nen für einen lang­fris­ti­gen öko­no­mi­schen Erfolg nicht mehr auf einen kla­ren Fokus und die Ein­bin­dung öko­lo­gi­scher Stra­te­gien ver­zich­ten. Regu­la­to­ri­sche Inter­ven­tio­nen der Regie­ren­den und ethisch-ökologische Kauf­ent­schei­dun­gen von Kon­su­men­ten und Inves­to­ren wer­den in allen Berei­chen des Mark­tes Ein­zug erhalten.

Was kön­nen im Hin­blick auf Gestal­tung und Ent­wick­lung also Kri­te­ri­en oder Prin­zi­pi­en sein, an denen sich nach­hal­ti­ges Design orientiert?

Stu­di­en zu Fol­ge wer­den 80 % der Umwelt­aus­wir­kun­gen und Kos­ten eines Pro­duk­tes durch den Ent­wurf deter­mi­niert (W. Hop­fen­beck, C. Jasch: Öko-Design. Umwelt­ori­en­tier­te Pro­dukt­po­li­tik. Moder­ne Indus­trie, Landsberg/Lech 1995, S. 128). Eine nach­träg­li­che Ände­rung von Pro­duk­ti­ons­stand­or­ten, Mate­ria­li­en oder Ver­pa­ckun­gen und Lie­fer­ket­ten füh­ren also zu einem weit­aus gerin­ge­ren Effekt, wenn sie nicht von Grund auf geplant wer­den und bereits im Ent­wurf fest­ge­legt sind. Für die Pla­nung einer nach­hal­ti­gen Pro­dukt­stra­te­gie setzt man also am bes­ten früh an.

Wir unter­stüt­zen Sie mit unse­ren Metho­den der nach­hal­ti­gen Pro­dukt­ent­wick­lung und inte­grie­ren die erfor­der­li­chen Maß­nah­men und Kon­zep­te in jedes Sta­di­um des Ent­wurfs­pro­zes­ses. Trans­pa­renz in Ent­wick­lung und Pro­duk­ti­on, Doku­men­ta­ti­on der Ergeb­nis­se und gute Infor­ma­ti­ons­po­li­tik erhö­hen die Glaub­wür­dig­keit der Marke.

Grundsätze für nachhaltige Gestaltung und Produktion

Im Kern geht es um einen intel­li­gen­ten Ein­satz der ver­füg­ba­ren Res­sour­cen für einen mög­lichst gro­ßen Nut­zen für alle betei­lig­ten Akteu­re. Dabei soll die Umwelt nicht unnö­tig belas­tet und für fai­re sozia­le Bedin­gun­gen gesorgt wer­den. So dass dabei eine siche­re öko­no­mi­sche Basis geschaf­fen wird.

Gemein­sa­me Kri­te­ri­en sind:

  • lan­ge Lebenszyklen 
  • spar­sa­mer & mate­ri­al­ge­rech­ter Ressourceneinsatz
  • res­sour­cen­scho­nen­de, schad­stoff­ar­me Materialien
  • nied­ri­ger Ener­gie­auf­wand in der Herstellung
  • umwelt­freund­li­che Logis­tik und Lieferketten
  • abfall­ver­mei­den­de Produktion
  • Repa­ra­tur­fä­hig­keit
  • Recy­cel­fä­hig­keit
  • leich­te Entsorgung

Ein ganz­heit­li­ches, öko­lo­gi­sches Den­ken birgt im All­tag vie­le Her­aus­for­de­run­gen und ist mit den Anfor­de­run­gen an Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen nur in sel­te­nen Fäl­len umsetz­bar. Denn die ver­schie­de­nen Akteu­re der Wert­schöp­fungs­ket­te haben sehr unter­schied­li­che Prio­ri­tä­ten und Anfor­de­run­gen. Oft ste­hen rein öko­no­misch und pro­fit­ori­en­tier­te Ansät­ze dem Umwelt­ge­dan­ken auf den ers­ten Blick ent­ge­gen.
Die­se schein­ba­ren Wider­sprü­che las­sen sich durch neue Lösun­gen in den meis­ten Fäl­len wider­le­gen. Inno­va­ti­ve und dis­rup­ti­ve Ansät­ze erlau­ben es mit einem prä­zi­sen und unver­stell­ten Blick auf die Produkt- und Markt­an­for­de­run­gen, neue, erfolg­rei­che Wege in der Pro­dukt­ent­wick­lung zu gehen. Öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Nach­hal­tig­keit sind das gemein­sa­me Ziel.

In uns fin­den Sie den rich­ti­gen Part­ner für die­se her­aus­for­dern­de Auf­ga­be.
Da wir direk­ten Ein­fluss auf die Gestal­tung der Pro­duk­te haben, kön­nen wir schon von Beginn der Pla­nung, über die Kon­zep­ti­on, die Gestal­tung bis hin zur Pro­duk­ti­on und Logis­tik Ein­fluss neh­men. Form, Ergo­no­mie und Anwen­dung ver­bin­den Tech­no­lo­gie mit den Nutzenden. 

Nut­zen Sie unse­re Erfah­rung, um auch in der Fer­ti­gung alle mög­li­chen Poten­zia­le zu aus­zu­schöp­fen. Im bes­ten Fal­le beglei­ten wir so den gan­zen Pro­zess und hal­ten das Gesamt­kon­zept dabei im Blick. Ver­nünf­ti­ge, ganz­heit­lich durch­dach­te Pro­duk­te machen Ihr Unter­neh­men nicht nur zukunfts­fä­hig, son­dern leis­ten auch noch einen wert­vol­len Bei­trag zum Erhalt von Lebenswelten.

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Wie lassen sich diese Kriterien umsetzen?

Am Bei­spiel der Blue­La­va­ge erklä­ren wir einen nach­hal­ti­gen Ansatz unse­rer Gestal­tung. Das Pro­jekt ist ein beson­ders gelun­ge­ner Fall, da in der Medi­zin­tech­nik beson­ders hohe Hygie­ne und Mate­ri­al­an­for­de­run­gen nach­hal­ti­ge Lösun­gen erschweren.

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Das Blue­La­va­ge Saug- und Spül­sys­tem zur Gewe­be­r­ei­ni­gung wäh­rend chir­ur­gi­scher Ein­grif­fe, ist eine völ­lig neu­ar­ti­ge res­sour­cen­ef­fi­zi­en­te Ein­heit im Bereich der Medi­zin­tech­nik. Das Sys­tem spült Knochen- und Gewe­be­par­ti­kel, Bak­te­ri­en und Fremd­ma­te­ri­al aus der Wun­de und saugt die­se kon­ti­nu­ier­lich ab.

Unser Part­ner UTK Solu­ti­ons kam mit der Idee einer Pro­dukt­in­no­va­ti­on zu uns. Dabei soll­te das Pro­dukt neu gedacht wer­den, so dass Bau­tei­le wie­der­ver­wend­bar wer­den und so eine der anfal­len­de Müll redu­ziert wird. Etwa 49% der zu ent­sor­gen­den Kunststoff- und Elek­tro­nik­tei­le kön­nen so ein­ge­spart werden.

Allein in Deutsch­land wer­den jähr­lich rund 434 000 Spül­sys­te­me in OPs ein­ge­setzt. Die­se wer­den nach Gebrauch voll­stän­dig ent­sorgt. Ein­weg­pro­duk­te sind aus Hygie­ne­grün­den im medi­zi­ni­schen Bereich unver­zicht­bar. Aber den­noch ist der Ver­brauch von jähr­lich rund 334 t Kunst­stoff, 2,6 Mil­lio­nen Bat­te­rien und 434 000 Moto­ren allein bei die­sem Pro­dukt viel zu ressourcenintensiv.

Die inno­va­ti­ve Tren­nung der Blue­La­va­ge in ein Single-Use Hand­stück und eine wie­der­ver­wend­ba­re Antriebs­ein­heit mit paten­tier­ter Ver­rie­ge­lung führt im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Lösun­gen zu einer beacht­li­chen Ver­bes­se­rung zu Guns­ten nach­hal­ti­ger Pro­duk­ti­on und Gebrauch.
Die not­wen­di­gen Auf­la­gen der Ste­ri­li­tät wer­den durch ein Ver­pa­ckungs­kon­zept mit ergo­no­mi­schen Ein­führt­rich­ter erfüllt. Der Trich­ter ermög­licht ein hygie­ni­sches Ein­set­zen der Dri­ve Unit wäh­rend der OP. Motor und Bat­te­rien des Wund­spül­sys­tems kön­nen so bis zu 150x wie­der­ver­wen­det werden. 

Mit Blue­La­va­ge kön­nen gegen­über ver­gleich­ba­ren Pro­duk­ten allein in Deutsch­land jähr­lich 53 t Elek­tro­schrott, 164 t Kunst­stoff und 2,6 Mil­lio­nen AA Bat­te­rien ein­ge­spart wer­den. Es ist kos­ten­güns­ti­ger als die Kon­kur­renz, und alle Tei­le, die wäh­rend der Ope­ra­ti­on nicht direkt mit dem Pati­en­ten in Berüh­rung kom­men, wer­den wie­der­ver­wen­det. Auch im OP-Ablauf erge­ben sich durch die hohe Bedien­si­cher­heit vie­le Vorteile.

Das Pro­dukt ist ein­zig­ar­tig, umwelt­freund­lich, und es gibt euro­pa­weit mit über 1,2 Mil­lio­nen Ope­ra­tio­nen unter Ein­satz sol­cher Sys­te­me einen gro­ßen Bedarf, sowie ein enor­mes Ein­spar­po­ten­ti­al beim Ressourcenverbrauch.

Design, Engi­nee­ring und Pro­duk­ti­on gehen Hand in Hand in der der Ent­wick­lung von Pro­duk­ten. Immer wie­der kön­nen wir an Schnitt­stel­len der Berei­che anset­zen. So erge­ben sich Mög­lich­kei­ten Ein­fluss zu neh­men, bestehen­de Sys­te­me kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und Ver­än­de­run­gen anzustoßen.

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Für die­se Leis­tung wur­de das Pro­dukt bereits aus­ge­zeich­net.
2019 wur­den es mit dem Effi­zi­enz­preis NRW hono­riert.
2021 konn­ten wir uns bereits für die Final Jury des IF Design Awards qualifizieren.

Fazit

Ange­sichts der erfolg­rei­chen Ergeb­nis­se die­ses Pro­jek­tes lässt sich zusam­men­fas­send sagen, dass sich Öko­no­mie und Öko­lo­gie ver­bin­den las­sen.
Oft­mals müs­sen Mög­lich­kei­ten erst auf­ge­zeigt wer­den, dafür ist es nötig sich fach­über­grei­fend zu ver­net­zen und alter­na­ti­ve Lösun­gen zuzu­las­sen.
In uns fin­den Sie einen kom­pe­ten­ten, inno­va­ti­ons­trei­ben­den Part­ner. Pro­fi­tie­ren Sie von unse­rem inter­nen Know-how, inter­dis­zi­pli­nä­ren Netz­werk und nicht zuletzt auch von unse­rer Moti­va­ti­on, gemein­sam Fort­schritt zu gestalten.